Brandanschlag im Westjordanland am 30. Juli 2015

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Beim Brandanschlag im Westjordanland am 30. Juli 2015 wurden zwei Häuser im Westjordanland mit Parolen beschmiert, Fensterscheiben eingeschlagen und Brandsätze hineingeworfen. Durch das Feuer wurde ein eineinhalbjähriges Kind getötet und vier Personen verletzt. Die maskierten Täter waren vermutlich radikale Siedler, da sie in eine nahegelegene jüdische Siedlung flüchteten.

Tat[edit | edit source]

Gegen vier Uhr morgens besprühten die Attentäter die Häuser im Dorf Duma nahe Nablus im Norden des Westjorandlandes mit anti-moslemischen Parolen wie „Rache“ in hebräisch. Sie schlugen die Scheiben der Fenster ein und warfen Brandsätze in die Häuser. In den beiden Häusern wohnten arabische Familien mit Kindern.

Ein 18 Monate Altes Kleinkind erlag seinen Verbrennungen. Die Eltern des Kindes und dessen vierjähriger Bruder wurden mit schweren Verbrennungen zur Behandlung in ein israelisches Krankenhaus in Tel Aviv geflogen.

Anwohner berichteten, maskierte Angreifer seien nach der Brandstiftung in eine nahegelegene jüdische Siedlung geflohen.

Hintergrund[edit | edit source]

Eine israelische Polizeisprecherin sagte, wahrscheinlich handele es sich bei dem Anschlag um um einen weiteren sogenannten "Preisschild"-Anschlag. Der Begriff stammt vom englischen "price tag". In Israel werden so Angriffe bezeichnet, mit denen sich extremistische Siedler für Angriffe von Palästinensern, aber auch für restriktive Maßnahmen der israelischen Behörden rächen. Bis zu der Tat wurden im Westjordanland bereits mehrere Moscheen angezündet, aber auch Olivenbäume beschädigt, von denen viele Palästinenser leben.[1]

Zwei Tage vor dem Anschlag hatte die israelische Armee zwei illegal von jüdischen Siedlern errichtete Gebäude in Beit El nahe Ramallah im Westjordanland abgerissen und Dutzende Israelis aus einer anderen Siedlung bei Nablus ausgewiesen. Beides hatte zu Protesten radikaler Siedler geführt.

Gleichzeitig genehmigte die israelische Regierung in der gleichen Woche den Bau von 300 neuen Siedlerwohnungen in Bet El und 500 weiteren Wohnungen in Ost-Jerusalem. Die internationale Gemeinschaft hatte dieses Vorgehen scharf kritisiert. Das US-Außenministerium teilte mit, die USA sähen die Siedlungen als rechtswidrig an.[2]

Derzeit leben fast 400.000 israelische Siedler im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland und fast 200.000 weitere in Ost-Jerusalem. Immer wieder greifen Teile der Siedler Palästinenser an.

Reaktionen[edit | edit source]

Israelische Politiker fast aller Parteien verurteilten den Brandanschlag scharf. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrieb in einer Mitteilung, er sei schockiert, über die "entsetzliche Tat". Verteidigungsminister Mosche Jaalon nannte die Tat "einen schwersten Terroranschlag". Man werde nicht erlauben, dass jüdische Terroristen Palästinenser angreifen und werde die Täter verfolgen. Darüber hinaus sprach Jaalon die Hintergründe der Ideiologie der fundamentalistischen Siedlerbwegung an. Es plädierte für mehr Bildung auch in dieser gesellschaftichen Gruppe. Viele Siedler haben eine religiöse Bildung aber eine sehr geringe Allgemeinbildung.

Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hingegen machte die israelische Regierung für das Verbrechen verantwortlich. Er sagte, der Vorfall wäre nicht geschehen, würde Israel seine Siedlungen nicht immer weiter ausbauen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile die kürzlich erteilten Baugenehmigungen. Sie seien ein Hindernis für den Frieden und stünden im Gegensatz zur Beteuerung Israels, eine Zwei-Staaten-Lösung anzustreben.

Einzelnachweise[edit | edit source]