Donald Trumps Verhältnis zu den Medien

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Donald Trump

Der Umgang des US-Präsidenten Donald Trump mit den Medien und der damit einhergehenden Presseberichterstattung über ihn, wird weltweit kontrovers diskutiert. Teilweise gerät Trump in die Kritik, selbst als Konkurrenz zu den über ihn Berichterstattenden Medien zu treten.[1] Trump selbst veurteilte die über ihn stattfindende Berichterstattung wiederholt als Fake News (vorgetäuschte Nachrichten).[2]

Omnipräsenz[edit | edit source]

Donald Trump äußert sich öfter als jeder andere US-amerikanische Präsident auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Auch im nationalen Fernsehen war Trump in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit in über 40 % aller Nachrichtenbeiträge Gegenstand der Berichterstattung und somit dreimal häufiger im Fernsehen zu sehen, als jeder andere Präsident der Vereinigten Staaten vor ihm. Eine Studie der Harvard Kennedy School ergab, dass er dabei im Publikum überwiegend negativ wahrgenommen wurde; dabei traten auch Zweifel an seiner Amtsfähigkeit im allgemeinen zu Tage.[3]

Nicht selten bereiten die fast alltäglichen Kurznachrichten, die der amerikanische Präsident ungefiltert verbreitet, Verdruss bei seinen Sicherheits- und Rechtsberatern.[4]

Politiker seiner eigenen Partei forderten Trump auf, während der Befragung James B. Comeys durch den Geheimdienstausschuss des Senats am 8. Juni 2017 – bei dem es um mögliches Fehlverhalten Trumps wegen seiner Russland-Verbindung ging – spontane Kurznachrichten, die nicht gemeinsam abgesprochen wurden, zu unterlassen.[5]

Sperrversuche[edit | edit source]

Trump beabsichtigte mehrfach, ihm unliebsame Kommentatoren seiner Twittereinträge sperren zu lassen. Das „Knight Institute“ an der Columbia Universität in New York sieht darin einen Bruch des Grundrechts auf eine Beteiligung am öffentlichen Diskurs.[6]

Mediale Aufmerksamkeit[edit | edit source]

Breitbart News Network[edit | edit source]

Bereits im November 2016 berichtete Spiegel Online über eine Initiative Steve Bannons, der die Berichterstattung der US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite Breitbart News Network maßgeblich steuert, dass in den Foren der zugehörigen Webseite vorrangig einschlägige Hasskommentare zugelassen sind. Nach Auffassung des Spiegels wurde die Trump-Anhängerschaft bereits im Vorfeld auf den zukünftigen Präsidenten eingeschworen, die auf der Webseite ungefiltert Nachrichten über Fremdenhass, LGBTQ-Hass, Frauenhass und Rassismus verbreiten kann.[7]

Reaktionen[edit | edit source]

Bannon war zwischenzeitlich Trumps Chefstratege im Weißen Haus. Als Bannon sich mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zerstritten hat, benutzte Trump die Medien um öffentlich mitzuteilen, dass „er das zu klären hat, oder ich“. Trump erklärte später, dass er Bannon vor seinem Eintritt in den Wahlkampf, eigentlich gar nicht gekannt habe.[8]

Medienschelte mit Bezug auf Schweden[edit | edit source]

Trump erwähnte in einer vom TV übertragenen Rede vor seinen Anhängern in Florida am 18. Februar 2017 das europäische Königreich Schweden. Darin betonte er, dass er eine freie Rede halten möchte, ungefiltert von den Fake-News, und er bekräftige darin mehrfach, direkt zu seinen Anhängern sprechen zu wollen. Trump verteidigte sein umstrittenes Dekret über Einreiseverbote in die Vereinigten Staaten. Wörtlich sagte er: „You look at what’s happening, we’ve got to keep our country safe. You look at what’s happening in Germany, you look at what’s happening last night in Sweden. Sweden, who would believe this?“ (deutsch: „Seht ihr, was passiert ist? Wir müssen unser Land schützen! Seht ihr, was in Deutschland geschieht? Seht ihr, was letzte Nacht in Schweden passiert ist? [Gerichtet an die schwedische Bevölkerung] [Ihr] Schweden, hättet ihr das für möglich gehalten? [...]“[9]

Reaktionen[edit | edit source]

Schwedens früherer Außenminister Carl Bildt richtete an Trump die Frage: „Schweden? Terrorangriff? Was hat er geraucht?“. Die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet hakte ironisch nach: „Ja, was ist denn in Schweden passiert?“ und präsentierte einige Meldungen der vergangenenen Nacht, wie beispielseweise dass im Norden Schwedens „[...] eine Sturmwarnung ausgegeben [wurde]“.[10] Die schwedische Arbeitsministerin Ylva Johansson sagte: „Wir wollen wissen, was er meint“ und „Der US-Präsident spricht und die ganze Welt hört zu. Er spricht über Schweden in einer Art, bei der wir nicht verstehen, was er meint und worauf er sich bezieht - im Zusammenhang mit Terrorakten in anderen Ländern.“[11]

Der schwedische Botschafter in Washington, Björn Lyrvall, sagte dem schwedischen Rundfunk, dass er nicht darüber spekulieren wolle, was genau Trump gemeint haben könnte.[12]

Trumps Äußerungen veranlassten viele Twitterbenutzer, unter dem Hashtag „LastNightinSweden“ ironische Nachrichten zu verbreiten, die alles mögliche darstellten, nur eben keinen terroristischen Anschlag oder in einer sonstigen Art international berichtenswerte Ereignisse.[12]

Erklärungsversuche[edit | edit source]

Ein Pressesprecher des Weißen Hauses teilte später mit, dass Trump sich nicht auf einen speziellen Vorfall im Laufe der vorangegangenen Nacht bezogen hat. Trump selbst verbreitete am späten Abend des 19. Februar 2017 über Twitter: „My statement as to what's happening in Sweden was in reference to a story that was broadcast on @FoxNews concerning immigrants & Sweden.“ (deutsch: Meine Aussage über Schweden bezog sich auf eine Fernsehsendung über Flüchtlinge in Schweden, die ich in Fox News gesehen habe.)[12]

covfefe[edit | edit source]

Ursprüngliche Twitter-Nachricht von Präsident Trump

covfefe ist eine Zeichenfolge, mit der eine Nachricht endet, die der US-amerikanische Präsident Donald Trump in der Nacht auf Mittwoch, den 31. Mai 2017 (Ortszeit) über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete.[13]

Verlauf[edit | edit source]

Die von Trump veröffentlichte Kurznachricht lautete: „Despite the constant negative press covfefe“ (deutsch: „Trotz der dauerhaften negativen Presse covfefe“) und endet abrupt ohne abschließendes Satzzeichen. Die Mitteilung rief aufgrund der unbekannten Zeichenfolge covfefe umfangreiche Reaktionen in den sozialen Netzwerken hervor und führte zu einem weltweiten Medienecho.[14][15][16][17][18][19]

Während allgemein angenommen wird, dass Trump „press coverage“ (Medienberichterstattung) meinte,[20] ließ er die Bedeutung der Zeichenfolge ausdrücklich offen.[21] Die ursprüngliche Nachricht wurde nach rund sechs Stunden gelöscht[18]. Bis dahin war sie über 100.000-mal geteilt worden.[20] Kurze Zeit nach der Löschung schrieb der President „Who can figure out the true meaning of ‘covfefe’ ???“ (deutsch: „Wer findet heraus, was 'covfefe' wirklich heißt ???“)

Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, erklärte später, „covfefe“ sei kein Tippfehler Trumps gewesen. Ein kleiner Personenkreis habe Kenntnis über die wahre Bedeutung dieser Zeichenfolge.[22]

Berichterstattung[edit | edit source]

Die vielfach als „Missgeschick“ bezeichnete Kurznachricht erregte weltweit Aufmerksamkeit. In vielen Beiträgen wurde die Zeichenfolge covfefe ironisch oder satirisch aufgegriffen, unter anderem auch durch Hillary Clinton.[23]

Pressereaktionen[edit | edit source]

Der Journalist Andreas Rosenfelder von der Online-Ausgabe der Tageszeitung Die Welt merkte an: „[...] Sein Sprachtrümmer, den er völlig unangestrengt und absichtslos in die Welt gesetzt hat, um nach dem Schöpfungsakt in einen göttlichen Schlaf zu verfallen, wird für immer als Wortskulptur in der politischen Landschaft stehen, hermetisch und schön. In ihrem Schatten werden alle künftigen Aussagen des Präsidenten stehen, und sie werden nicht gut aussehen – langweilig, schal, misslungen.“[24]

Das Wochenmagazin Stern konstatierte auf seiner Website: „Ein mittlerweile wieder gelöschter Tweet von Donald Trump mit Tippfehlern sorgte im Netz für Spekulationen, was der Präsident seinen 31 Millionen Followern eigentlich sagen wollte. Am frühen Mittwochmorgen in Washington löschte Trump den Tweet wieder und nahm das Twitter-Missgeschick scheinbar gelassen. "Wer kann die wahre Bedeutung von "covfefe" herausfinden??? Viel Spaß!", twitterte er kurz darauf.“[25]

Die FAZ griff die Thematik humorvoll auf und stellte in einem ihrer Teaser die Frage: „Was bedeutet „covfefe“? Ein Heißgetränk? Der Code für die Atombombe? Oder war es nur ein Tippfehler?“[26]

Der Journalist und Verleger Jakob Augstein verglich auf Spiegel Online Trumps „nächtliches Gestammel“ mit der Sprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenso unverständlich sei.[27]

Einzelnachweise[edit | edit source]