Ecksteifigkeit

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Ecksteifigkeit ist ein bei der Beschreibung von Stabwerken und im Maschinenbau (bes. im Fahrzeugbau) gebrauchter Begriff. Über die Verbindung zwischen zwei Stäben in einem Stabwerk kann ein Biegemoment übertragen werden, wenn die Verbindung biegesteif gestaltet ist. Da die zu verbindenden Stäbe überwiegend nicht zueinander fluchtend sind, sondern eine Ecke bilden, spricht man von Ecksteifigkeit bzw. von ecksteifer Verbindung.[1][2]

Da bei allen Arten der Verbindungstechnik (außer dem „Stück aus einem Guss“) die Verbindungsstelle weniger fest ist als die zu verbindenden Teile selbst, wird Ecksteifigkeit nur durch zusätzliche Maßnahmen wie in den folgenden Abbildungen erreicht.

Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass das zu übertragende Biegemoment i. d. R. an der Verbindungsstelle größer ist als an den übrigen Stellen der Stäbe. Die Verbindungsstelle ist nicht nur bezüglich ihrer Steifigkeit bzw. Kleinheit ihres elastischen Nachgebens den Stäben anzupassen. Bei der Dimensionierung muss auch das größere Biegemoment in Rechnung gestellt werden, um bleibende Verformung oder Bruch an der Verbindungsstelle zu vermeiden. Bei „Stücken aus einem Guss“ nimmt deshalb der Querschnitt der Stäbe zur Verbindungsstelle hin zu (s. obige Abbildung: Beton-Sitzbank).

Beim Fachwerk, einem besonderen Stabwerk, bezeichnet man gelegentlich auch feste Verbindungen ohne zusätzliche Maßnahmen als ecksteif. Damit wird lediglich der Unterschied zu gelenkigen Verbindungen hervorgehoben, die prinzipiell in den Fächern aus 3 Stäben und zwischen benachbarten Fächern möglich wären, weil über sie keine Drehmomente zu übertragen sind.

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Jade-Hochschule: Statik von Rahmentragwerken [1]
  2. 2,0 2,1 Wolfgang Matschinsky: Radführungen der Straßenfahrzeuge: Kinematik, Elasto-Kinematik und Konstruktion, 3. Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-71196-4, Abschnitt über Verbundlenkerachsen