Elias Richter

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Elias Richter (* 26. Oktober 1597 in Abertham; † Februar 1678 in Raschau), war ein lutherischer Geistlicher, Magister der Theologie, Schulmeister und Stadtschreiber in Bergstadt Platten, Rektor und Kantor in Scheibenberg, Pfarrer in Raschau, sowie böhmischer Exulant.

Leben[edit | edit source]

Elias Richter wurde in Abertham als Sohn des dortigen Pfarrers Gregor Richter (* um 1565 in Chemnitz) und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Beck (Pistorius), der Tochter des Oberpfarrers von St. Joachimsthal Theophil Beck (Pistorius) geboren. Er wuchs in St. Jaochimsthal auf wo sein Vater 1610 die Stelle des Archidiakons annahm. Im Wintersemester 1615 schrieb Richter sich an der Universität von Leipzig ein.

In Platten, nahe seinem Geburtsort, übernahm er ab 1625 die Ämter des Schulmeisters und Stadtschreibers. Nach der Absetzung des dortigen Pfarrers Kilian Rebentrost in den Wirren des dreißigjährigen Krieges führte er auch zeitweise die Kirchenbücher fort. Mit dem Einverständnis des Leipziger Konsistoriums und auf Befehl des Plattner Bürgermeisters übernahm Richter, inzwischen Theologiestudent, auch die Kindstaufen,[1] bis Ende 1631 Platten mit Johann Jahn wieder einen eigenen Pfarrer erhielt. Mit der Gegenreformation wurde Richter aus Böhmen vertrieben und war von 1637 bis 1642 als Schulmeister, Rektor und Kantor in Scheibenberg in Sachsen tätig,[2][3][4] wo er vermutlich auch dem alternden Pfarrer von Raschau Johann Crabatelius aushalf.

Im Herbst 1639 übernahm er das Amt des Pfarrers offiziell. Wohl auf Grund des Durchzuges feindlicher Truppen und einer neuerlichen Pestepidemie fand seine Einweisung aber erst 1641 statt. 1653 wurde unter seiner Amtszeit das Pfarrgut instandgesetzt. Im Herbst 1664 wurde sein Sohn Gottfried als Hilfsgeistlicher in Raschau ordiniert. Noch im Alter von 76 Jahren musste sich Richter im Sommer 1673 einer landesweiten Kirchenvisitation unterziehen. Richter führte seine Flucht aus Böhmen als besonderen Beweis für seinen lutherischen Glauben an und scheute sich nicht die Bücher vorzulegen. Er gab seine jährliche Besoldung mit „24 Alten Schock und jeweils zehn Scheffel Korn und Hafer“ an. Nach 39 Amtsjahren als Pfarrer von Raschau verstarb „Herr Elias Richter Pastor von 82 iahr“. Sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Jonas Schneider.

Richters Bruder war der wohl zum katholischen Glauben konvertierte Schulmeister von Abertham Theophil Richter. Sein Neffen waren der Schulmeister und Bergmeister von Frühbuß Theophil Richter und der Schulmeister von Abertham Martin Richter.

Familie[edit | edit source]

Elias Richter heiratete 1625 in Wiesenthal Christina Schreyer (* 1604 in Platten; † 1666 in Raschau), die Tochter des Handelsmanns von Platten Johann Schreyer. Aus der Ehe gingen 9 Kinder hervor, darunter:

  • Johannes (getauft 11. November 1625 in Platten)
  • Barbara (getauft 26. Dezmeber 1626 in Platten)
  • Elias (getauft 20. April 1628 in Platten), Student, Schulmeister in Elterlein; ∞ 1658 Margaretha Müller, Landrichterstochter von Schlettau
  • Theophilus (getauft 11. April 1630 in Platten; † 1691 in Ehrenfriedersdorf), Kantor in Geyer, Diakon in Ehrenfriedersdorf; ∞ 1654 N. Zeh, Stadtrichterstochter von Eibenstock
  • Johannes (getauft 8. Februar 1632 in Platten), Schulmeister; ∞ 1667 Justina Hoffmann, Schulmeisterstochter von Raschau
  • Gottfried (getauft 9. Dezember 1633 in Platten; † 1666 in Raschau), Student an der Universität von Leipzig, Pfarrersubstitut
  • Elißabeth (getauft 25. April 1636 in Platten)
  • Rosina (* 1. August 1638 in Scheibenberg); ∞ Jonas Schneider, Hilfsgeistlicher von Beierfeld, Pfarrer in Raschau

Auszüge[edit | edit source]

Über den frühen Tod von Elias Richters Sohn Gottfried schreibt Christian Lehmann in Historischer Schauplatz von 1691:

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Auf dem noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts erhaltenen Grabstein von Elias Richters Frau Christina befand sich die Inschrift:

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Literatur[edit | edit source]

  • Jonny Hielscher: Allerheiligenkirche Raschau: 800 Jahre Kirchengeschichte. Epubli, Berlin 2012, S. 73–104 und passim; Vorlage:Google Buch

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Johann Christian Engelschall: Beschreibung Der Exulanten- und Bergstadt Johann Georgen Stadt. Lanckisch und Kircheisen, Leipzig 1723, S.
  2. Reinhard Vollhardt: Geschichte der Cantoren und Organisten von den Städten im Königreich Sachsen. W. Issleib, Berlin 1899, S. 239; Google Buchsuche
  3. https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/91763/1
  4. Auszug aus Carl Benjamin Dietrich: Kleine Chronik der freien Bergstadt Scheibenberg, zur Vorbereitung auf das im Jahre 1839 bevorstehende Jubelfest der Einführung der Reformation in Scheibenberg, Leipzig 1839 in: Amtsblatt Scheibenberg, Februar 1996, PDF, S. 7

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